Warum mein schwieriger Hund nicht nur Nachteile in den Alltag bringt – ein Perspektivwechsel

Bevor ich dir erzähle, was den Alltag mit Alma manchmal schwierig macht und warum sie nicht in die Kategorie „unkomplizierter Hund“ fällt, möchte ich dich gerne zu einem Gedankenexperiment einladen. Such dir eine Eigenschaft aus, die du an dir oder an anderen nicht leiden kannst. Dir fallen sicher einige ein. Und jetzt stelle dir Situationen vor, in denen genau diese Eigenschaft ein Vorteil ist. (Ja, jede Eigenschaft hat irgendwo ihren Vorteil)

Um dir einige Beispiele zu geben: Nehmen wir an, du findest es furchtbar anstrengend, wenn jemand sehr still ist, nicht viel redet und sich „jedes Wort aus der Nase ziehen lässt“. Wenn du dich gerade mit ihm unterhalten möchtest, ist diese Eigenschaft unter Umständen etwas… sagen wir mühsam. Ist dieser Jemand aber von Beruf Psychologe, so ist gut zuhören und selbst weniger reden sogar elementar wichtig für seinen Job. Oder gehen wir von einem besonders kritischen Menschen aus, der immer etwas zum Beanstanden findet. Auch das kann für das Umfeld unangenehm sein. Ist dieser Mensch allerdings (Literatur-)Kritiker, oder im strengen Qualitätsmanagement eines Unternehmens beschäftigt, ist diese Eigenschaft wieder von Vorteil.

Du siehst: Was eine schlechte Eigenschaft ist, hängt im Grunde nur von der Situation und der eigenen Sichtweise ab. Daher kann es auch sein, dass du ein Verhalten total blöd findest, andere damit aber gar kein Problem haben. Ein Perspektivwechsel hilft oft, um die Sache nicht mehr so negativ zu betrachten.

Ganz viele Berichte und Perspektiven zum Alltag mit einem schwierigen Hund, findest du in der aktuellen Blogparade von Hundekind Abby.

Alma und ihr Umgang mit der Umwelt, was macht sie denn zu einem schwierigen Hund?

Der ein oder andere wird es sich schon denken können: Meine ganzen Artikel über hyperaktive Hunde kommen nicht von ungefähr. Denn Alma fällt genau in dieses Muster rein. Das hat verschiedene Ursachen: Sie hat zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, die erst mit 4 Jahren erkannt wurde, dadurch hat sie in ihrem ganzen Junghunde-Leben nie gelernt, wirklich zur Ruhe zu kommen, schlicht weil es körperlich nicht möglich war. Charakterlich ist sie ein wahres Sensibelchen und reagiert ganz fein auf alles in ihrer Umwelt. Und gegenüber Geräuschen, deren Ursache sie nicht sehen kann, ist sie nicht besonders tolerant.

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In unserem Alltag wird hier manches dann für uns Menschen unpassend. Wir wohnen in einem Haus mit mehreren Parteien, im Flur hallt es sehr und klingt dadurch alles sehr laut und verzerrt. Wenn draußen auf dem Hausgang sich Menschen etwas lauter unterhalten oder Kinder Lärm machen, dann kann es schon mal sein, dass Alma sich gestört fühlt und bellt. Auch wenn wir selbst rein- und rausgehen, ist der Hausflur das schwierigste, denn die Geräusche im Haus sind für sie einfach manchmal nicht zu ertragen. Natürlich kann man sich vorstellen, mit zwei-/dreimal bellen ganz sicher von allen Hausbewohnern gehört wurde. Zumal Alma mit ihren 16kg erstaunlich laut und durchdringend bellen kann. Anfangs (und je nach Tagesform auch manchmal heute noch) war mir das wirklich unangenehm, denn man möchte ja nicht negativ auffallen. Heute bin ich gelassener: Hier turnen regelmäßig Kinder durchs Haus und es ist nunmal bei 48 Parteien im Haus nicht ruhig. Und Hunde sind Hunde, das bedeutet, sie bellen auch mal.

Auch hier hilft der Perspektivwechsel: In einer anderen Umgebung, abseits eines Hochhauses, wäre dieses kurze Bellen für Niemanden ein Problem. In ländlichen Regionen bellt den ganzen Tag irgendwo irgendein Hund, das gehört zum Alltag und stört nicht. Nur in unserem engen, modernen Leben verlangen wir von unseren Tieren, möglichst nicht aufzufallen. Jeder ist schnell genervt, wenn irgendwo Geräusche auftreten, seien es spielende Kinder oder bellende Hunde.

Almas Reaktionshäufigkeit und -intensität wird von ihrem Stresslevel beeinflusst

Wie oft und wie schnell Alma bellt und auch wie sicher oder unsicher sie komischen Situationen begegnet, ist stark beeinflusst von ihrem Stresslevel. Was Stress ist und was dabei im Körper passiert, erkläre ich hier. Damit sie also nicht bei jeder Kleinigkeit bellt und wir gemeinsam einen entspannten Alltag haben können, muss ich darauf achten, dass sie nicht im Stressmodus ankommt. Und hier kommt der nächste Punkt, der sie zu einem schwierigen Hund macht. Ich muss genau abwägen, welche Situation für sie aufregend ist und was ich ihr zumuten kann. Das bedarf einiger Planung und braucht im Alltag immer wieder Kompromisse. Wo man einen entspannten Hund schnell mal mit zum Kaffeeplausch mit einer Freundin nehmen kann, oder zum Eisessen, sind das Situationen, in denen Alma lieber allein zu Hause bleibt – um unnötigen Stress zu vermeiden. Das hat aber dann zur Folge, dass ich das Eisessen planen muss, da ich die Punktemadame nicht den ganzen Tag zu Hause alleine lassen kann und will.

Auch Aktivitäten, die Aufregung bringen, beispielsweise Ballspiele, mache ich nur sehr dosiert, wenn sie sowieso gut drauf ist und entspannen kann. Das hört sich sicher an, als ob ich wie eine Glucke über jedem Stresspünktchen schwebe und versuche, das von ihr fernzuhalten. So ist es nicht, allerdings ist das Kontingent an einfach ertragbaren Stress bei Alma sehr gering. So gibt es bereits im Alltag immer wieder Auslöser, die sie unentspannt werden lassen. Und hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, in der Hinsicht, wieviel Stress ich dann aktiv noch zulasse.

Und selbstverständlich ist es so, dass ich nicht immer alles perfekt für sie ausrichten kann. Wenn es zeitlich nicht geht, dann muss sie eben auch mal mit zum Einkaufen oder wir gehen dort spazieren, wo es nicht „totales-Seele-baumeln-lassen“ gibt. Auch wenn wir in den Urlaub fahren, ist das für Alma eine gute Portion Stress, weil sie das alles eben nicht einfach so hinnimmt und easy verarbeiten kann. Und trotzdem machen wir solche Dinge. Es ist nur wichtig für mich zu wissen, warum sie dann nach der Urlaubswoche aufgedrehter und lauter ist als sonst, damit ich mich nicht über sie ärgere, sondern gelassen bleiben kann.

Gelassenheit ist King, insbesondere mit einem hyperaktiven (schwierigen) Hund

Das man entspannter durchs Leben geht, wenn einem nicht bei jeder blöden Situation der Blutdruck durch die Decke geht, ist klar. Auch ich musste erst lernen, mich zu entspannen, wenn Alma bellt. Ja, das ist nicht optimal und ja wahrscheinlich sind andere Leute davon genervt. Aber hey – so what? Ich kann es nicht ändern.

Wir üben fleißig und ich tue alles, was mir möglich ist, damit sie nicht wie ein Brüllaffe durch die Gegend läuft. Aber ich bin nicht Gott und ich kann nicht alles um mich herum -auch nicht meinen Hund- zu 100% kontrollieren und beeinflussen. Und weißt du was? Seitdem ich diese Haltung eingenommen habe, ist auch Alma deutlich ruhiger geworden. Da ich selbst entspannter war in der Situation und nicht schon angespannt ins Haus gegangen bin („hoffentlich bellt sie nicht gleich wieder“), kann sich auch Alma besser entspannten.

Hier wird deutlich, wie wichtig in so einer Situation deine eigene Stimmung ist. Egal ob dein Hund aggressiv, hyperaktiv oder ängstlich ist, wenn du deswegen aufgeregt, verärgert oder angespannt bist, wird es euch beiden in der Situation nicht weiterhelfen.

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