Methoden, um Leinenführigkeit zu trainieren gibt es viele. Welche kennst du?
Die bekanntesten sind wohl: Stehenbleiben oder Umdrehen sobald Spannung auf die Leine kommt, lockeres an der Leine laufen mit Markertraining belohnen, „bei Fuß“ trainieren, den Radius schrittweise verkleinern und viele weitere.

All diese Methoden haben eines gemeinsam: Bei einer meiner Kundin und ihrem Hund hat KEINE einzige der Varianten den gewünschten Erfolg gebracht.
Neben den gerade aufgezählten positiven Trainingsmethoden haben sie sogar Discs werfen, Leinenruck und andere nicht zu empfehlende Optionen ausprobiert , da die jeweiligen Trainer sie davon überzeugt hatten. Auch hierbei KEIN Erfolg, nicht mal eine ansatzweise Verbesserung.

Über 2 Jahre zog der Hund an der Leine. Kein kleiner Hund übrigens  -mit ca. 35kg. Die Kundin hatte mittlerweile bereits eine gereizte Schulter und absolut keine Freude mehr daran, mit ihrem Hund rauszugehen. Deshalb fuhr sie so oft es ging sogar einige Kilometer mit dem Auto zu Stellen, an denen sie den Hund von Beginn an ohne Leine laufen lassen konnte.

Nimm dir Zeit, deinen Hund auch an der Leine zu beobachten – genau hinschauen lohnt sich

Als sie sich an mich wandte, hatte sie das Thema „Leinenführigkeit“ schon ad acta gelegt. Unser eigentliches Trainingsthema betraf den Freilauf. Im Laufe des Trainings erzählte sie mir von ihren Problemen mit der Leine und ich bat sie, mir das einmal zu zeigen. Sie war verständlicherweise skeptisch, denn sie hatte schon viele Trainingsmethoden erfolglos ausprobiert. Meine Einschätzung überraschte sie dann doch…

Sie leinte den Hund mir zu liebe an und sofort nahm der für dieses Team übliche Ablauf an Fahrt auf. Ich bat die Kundin, nicht auf den Hund einzuwirken, um das Verhalten des Hundes genau beobachten zu können. Das Bild war sehr unüblich für einen Hund, der mit „zieht an der Leine beschrieben wird“. Er blieb stehen, wartete bis meine Kundin so weit vor ihm war, dass die Leine auf Spannung kam. Trabte dann aus dem Stand los nach vorne und rannte voll in die Leine. Sofort blieb er wieder stehen, meine Kundin lief weiter, der Hund trabte wieder los, rein in die Leine… und so weiter und so fort. Sicher kannst du dir vorstellen, wie anstrengend das für Hund und Mensch ist! Zwei Jahre mit so einer „Routine“ spazierenzugehen – ich möchte mir das nicht vorstellen und kann absolut verstehen, warum meine Kundin völlig verzweifelt war.

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mit Hund!

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All diese Methoden haben eines gemeinsam: Bei einer meiner Kundinnen und ihrem Hund hat KEINE einzige der Varianten den gewünschten Erfolg gebracht.Ich bat die beiden, an Ort und Stelle stehen zu bleiben und unterhielt mich weiter mit ihr, der Hund war weiterhin angeleint. Nach kurzer Zeit legte sich der Hund hin – dieses Verhalten hatte ich bereits vorher beobachtet. Sobald der Hund ruhig stehen sollte, wir Menschen stehen blieben, oder wenn er auch nur einen interessanten Fleck zum schnüffeln gefunden hatte, legte er sich hin. Ich fragte nach, ob das Hinlegen so trainiert wurde, oder ob er das von sich aus macht. „Von sich aus“ war die Antwort.

Für mich ergab sich allmählich ein Bild der Situation und ich hatte bereits eine Vermutung. Auch im Freilauf war mir aufgefallen, dass der Hund weichen Boden bevorzugt und auf hartem Boden ein sehr merkwürdiges Gangbild aufweist.
Meine Vermutung teilte ich meiner Kundin mit, die mich völlig verdutzt ansah und nicht ganz glauben konnte, dass das mein Ernst sei…

Des Rätsels Lösung war ganz anders als das Symptom: „Mein Hund zieht an der Leine“

Meine Vermutung war, dass der Hund Schmerzen beim Laufen hat. Das merkwürdige Gangbild auf festem Boden. Sofortiges Hinlegen sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. Und nicht zu letzt diese merkwürdige vor des „in die Leine rennen“, für das kein Training je geholfen hatte.

Bei genauerem Hinsehen, erwiesen sich die Krallen dieses Hundes als besonders lang. Auf Nachfrage, erklärte mir die Kundin, sie hätte diese noch nicht geschnitten, denn die Züchter hätten ihr versichert, die würden sich von allein ablaufen.
Meine These war: Die langen Krallen führen zu Fehlstellungen in den Gelenken und zu Druckpunkten beim Laufen.

Wir trainierten nicht an der Leinenführigkeit, sondern ich empfahl die beiden an einen Tierarzt, der die Krallen kürzen konnte. Bei so langen – noch dazu dunklen – Krallen, absolut verständlich, dass meine Kundin sich nicht zutraute, dies selbst zu übernehmen.
Es dauerte 3mal Schneiden (mit Pausen) bis die Krallen ohne Verletzungen so weit gekürzt werden konnte, dass sie nicht mehr auf den Boden trafen und damit den Bewegungsablauf nicht mehr behinderten. Außerdem bekam der Hund Unterstützung durch einen Osteopathen, der die Gelenkblockaden löste und Behandlungen bei einem Physiotherapeuten, um die daraus folgenden Verspannungen zu lösen sowie den Bewegungsablauf zu trainieren.

Anschließend war das lockere Gehen an der Leine überhaupt kein Problem mehr für den Hund. Nach zwei weiteren Trainingsstunden war das gemeinsame Spazierengehen auch mit Leine wieder eine Freude für Hund und Mensch geworden.

Die Ursache der Probleme zu beheben, ist die Zauberformel!

Ich bin gern Hundetrainerin und mit vollem Herzen dabei – viele Methoden bestücken meinen Werkzeugkoffer, damit ich für jedes Mensch-Hund-Team die passende Lösung finden kann. Dennoch achte ich sensibel darauf, die Ursache zu finden und zu beheben. Das offensichtliche Symptom zu beheben, kann manchmal der einfachere Weg sein, aber solange die Ursache nicht behoben ist, werden sich daraus immer wieder neue Probleme ergeben. Wenn ich als Hundetrainer nicht die richtige Person, bin um der Ursache den gar aus zu machen, dann bin ich sehr glücklich, meine Kunden an fachkundige Leute empfehlen zu können, die in diesem Moment die bessere Adresse sind.

So möchte ich dich auch jetzt an eine Kollegin empfehlen, deren Blog ich sehr gerne lese. Möchtest du mehr erfahren über die Auswirkungen von zu langen Krallen oder brauchst du Fitness-Tipps für deinen Hund, dann lies mal bei Martina rein! Krallenpflege bem Hund von Doggy Fitness.

 

Möchtest du Tipps, wie du mit deinem Hund die Leinenführigkeit trainieren kannst, dann lies in meinen Blogartikel mit meinen 4 besten Startertipps zum Training der Leinenführigkeit rein.

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