Freilauf und Entspannung gleichzeitig? Für viele Hunde scheint das nicht zu funktionieren. Was für andere Hunde völlig normal ist, wird für so manchen Zeitgenossen zum Adrenalinschub schlechthin.
In diesem Artikel geht es darum wie es trotzdem gelingen kann und wie du Freilauf und angeleinte Phase nutzen kannst um das Erregungslevel deines Hundes zu steuern und so einen entspannteren Spaziergang gestalten kannst.

„Freilauf in Etappen“ ist der letzte Teil meiner Serie „entspannt draußen“.
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Los geht’s mit dem heutigen Thema

Wenn der Freilauf immer hektischer wird

Vielleicht kennst du das: Zu Beginn des Spaziergangs ist dein Hund noch ganz entspannt, schnüffelt hier und dort, ist für dich ansprechbar und alles läuft harmonisch ab. Je länger ihr unterwegs seid, desto höher wird das Tempo, ständig scheint dein Hund einer anderen Spur nachzugehen, die Pupillen sind geweitet, die Frequenz seiner Schritte immer höher. Er schaut sich weniger zu dir um und wenn du jetzt noch mit einem Signal zu ihm durchdringen möchtest, musst du viel mehr Aufwand betreiben als am Anfang.

Für viele Hunde, die ich im Training begleite, ist das zu Trainingsbeginn völlig normal.
Doch warum ist das so? Eigentlich müsste er sich doch „müde laufen“ und wenn die erste Energie verpulvert ist, auch langsamer laufen.
Das hat mit der Reizaufnahme- und Verarbeitung des Hundes zu tun. Je schneller und länger der Hund läuft, desto mehr Reize sammelt er auf, für deren Verarbeitung in dem hohen Tempo keine Zeit mehr bleibt.
Auf dem „zu verarbeiten“ Tisch sammeln sich jede Menge an „Reiz-Akten“, die im Hirn bewertet und sortiert werden sollen und irgendwann quillt der Tisch über. Wenn dann noch eine Anfrage des Menschen dazukommt, braucht es schon jede Menge Aufwand um diese aus den ganzen anderen offenen Punkten herauszufiltern.

Dazu kommt, dass der Adrenalinpegel durch die körperliche Anforderung immer weiter steigt. Adrenalin als Stresshormon ist überlebenswichtig für jedes Säugetier und es steht im Gegensatz zu Entspannung. Je mehr der Hund also hektisch läuft, desto weiter entfernt er sich von einem ruhigen und gelassenen Gemütszustand.
Ein Hund dagegen der ohne diese mentale Anspannung eine Stunde lang vor sich hin läuft, wird genau das Gegenteil erfahren.
Es kommt also auf das „wie“ an und nicht nur auf die Dauer oder das Tempo.

Aber wie schafft man das jetzt, dass der Hund lernt auch im Freilauf „entspannt“ zu bleiben?

Freilauf in Etappen

Wenn ein Hund sich, wie oben beschrieben, im Freilauf immer mehr in die Hektik läuft, kann man ihn wunderbar unterstützen, indem man ihn zwischendurch anleint.

Dadurch wird das Tempo automatisch langsamer und die Flut der Reize nimmt ab. Es bleibt wieder Zeit um die anschwemmenden Reize zu verarbeiten, der Puls fährt runter, die Muskelanspannung senkt sich und dein Hund wird ansprechbarer. Bei manchen Hunden kann man, sobald sie an der Leine sind, oder wenige Minuten später regelrecht ein „Auftauchen“ aus der eigenen Welt beobachten. Sie kommen wieder im Hier und Jetzt an, nehmen ihr Umfeld wieder bewusst wahr.

Indem du den „rauschartigen“ Freilauf deines Hundes immer wieder durch angeleinte Phasen unterbrichst, hilfst du ihm besser bei sich zu bleiben und zur Ruhe zu finden. Eine Pause auf Rezept quasi, die soll ja bekanntlich auch für uns Menschen ab und an hilfreich sein, wenn wir im Strudel des Alltags mitgerissen werden.

Das Anleinen ist also keineswegs eine Strafe, sondern eine aktive Hilfestellung.
Außerdem beugst du damit Verletzungen vor und die Wahrscheinlichkeit, dass dein Hund jagen geht, verringert sich ebenfalls.
Denn weniger Adrenalin führt dazu, dass dein Hund seinen Körper wieder bewusster wahrnimmt und auf seine Bewegungen achtet. Und weniger Adrenalin ist immer gut um vor dem Losstarten bei Sichtung eines Hasen, mal eben noch den Kopf einzuschalten. 😉

Wann, wie lange und wie oft braucht es eine Leinenpause?

Der richtige Zeitpunkt für die Leinenpause ist BEVOR der Hund so aufgedreht ist, dass er nicht mehr ansprechbar ist. Wenn du also merkst, dein Hund rennt sich in seine eigene Welt hinein, dann gönn ihm die Pause bevor der Zeitpunkt kommt, wo du gar nicht mehr weißt ob der Rückruf funktioniert.
Wann das ist, dafür gibt es keine Pauschale. Hier ist dein Bauchgefühl und deine Beobachtungsgabe gefragt.

Wie lange Pause und Freilauf jeweils sein sollten und wie oft der Hund von der Unterstützung an der Leine profitiert, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen natürlich vom Hund und seiner aktuellen Tagesform. Wenn es nur wenige Reize gibt, die ihn aufdrehen lassen, wird er weniger Pausen brauchen als bei einem Hund der sich von Allem in seinen Bann ziehen lässt. Auch das Umfeld spielt eine Rolle. Je nachdem welche Umgebung für deinen Hund mehr spannende Reize bietet, solltest du deine Handlungen anpassen. Ist eine Wiese relativ unspannend, wird dort längerer Freilauf am Stück in Gelassenheit klappen, als wenn ihr im Wald seit, wo dein Hund jedes Blatt aufregend findet.

Wenn du anfängst die Leinenpause zu nutzen, wird dein Hund eine längere Zeit brauchen um sich wieder „runter zu fahren“. Nutzt du dieses Mittel öfter, wird dein Hund sich schneller wieder entspannen, weil er das kennt und daher weiß was auf ihn zukommt.

Aufgepasst beim An- und Ableinen

Beim An-und Ableinen gibt es in diesem Zusammenhang zwei elementare Stolpersteine auf die ich dich hinweisen möchte.

Für das Anleinen ist es wichtig, dass dein Hund damit nicht verbindet „oh blöd – wenn die Leine dran ist, dann hört der Spaß auf und mein Mensch ist mies drauf“. Wir Menschen neigen dazu, die Leine als letzten Ausweg zu sehen und mit einer doofen Stimmung den Hund zu uns zu rufen und dann genervt neben uns zu haben. („Jetzt hast du es übertrieben, komm an die Leine“). Wenn das bei Euch so ist, dann lohnt es sich das Anleinen neu aufzubauen und mit einem Signal zu belegen. Anleinen bedeutet keine Veränderung der Situation außer, das eine Leine dran ist.

Beim Ableinen ist insbesondere für das Thema „Entspannung draußen“ jede Menge Fehlerpotential vorhanden. Für viele Hunde bedeutet Ableinen gleich losrasen und richtig aufdrehen. Das ist (eigentlich immer) aber insbesondere in der Situation wo ich Leinenpausen zur Beruhigung nutzen möchte, echt kontraproduktiv. Dann läufst du ein paar Minuten mit deinem Hund an der Leine und freust dich, dass er so schön zur Ruhe gekommen ist und dann ist mit dem Ableinen die ganze Ruhe sofort wieder weg.
Auch hier lohnt sich das Training des Ableinens, bei dem der Hund lernen soll, dass Ableinen nicht bedeutet „juhu und im Vollspeed los“, sondern lediglich, ok Leine ist ab, wir gehen gemütlich weiter und ich habe ein bisschen mehr Freiraum.

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