Zappelhunde sind (k)ein Modeproblem

Häufig höre ich in letzter Zeit Aussagen wie:

„hyperaktive Hunde gibt es nicht, das ist nur Einbildung“,
„Hyperaktivität bei Hunden ist ein Modeproblem“,
„früher hat es sowas nicht gegeben“

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Fakt ist: Man begegnet dem Thema „Hyperaktivität bei Hunden“ deutlich öfter als vielleicht vor 20 Jahren.
Ob diese Aussagen stimmen oder nicht, darum geht es in diesem Artikel.

Unsere Umwelt hat sich verändert

Zum einen hat sich unser Zusammenleben mit dem Hund in den letzten 50 Jahren drastisch verändert.
Seit Anbeginn der Gemeinschaft Mensch und Hund waren Hunde da um eine Aufgabe zu erfüllen: zu bewachen, auf der Jagd zu helfen. Heute ist der Hund in erster Linie Familienmitglied und selten einfach nur Wach- oder Jagdhund. Diese Veränderungen sind sehr schnell in einem Bruchteil der Zeit eingetreten, die evolutionsbiologisch möglich macht, den Organismus an solche neuen Anforderungen anzupassen.

Über Jahrhunderte haben wir Menschen, die Hunde gezüchtet, die besonders gut mit uns kooperieren und kommunizieren können. Die meisten unserer Hunde reagieren auf jede kleine Anforderung des Menschen.
Das war früher genau richtig. Der Hund lebte vor sich hin und wenn er gebraucht wurde, z.B. zur Jagd, war er sofort ansprechbar, wach und da. Dazwischen wurden die Hunde tage- und auch monatelang nicht eingesetzt und waren ihrem Rhythmus überlassen.

Heute wird diese ständige Reaktionsfähigkeit in unserem Alltag für einige Hunde zum Problem.
In ihrem inneren Programm ist nicht mehr enthalten auf das eigene Ruhebedürfnis zu achten. Hunde, die also besonders gut auf unsere Reize reagieren, sind häufig zu viel „an“, nehmen zu viele Reize auf und sind nicht mehr in der Lage sich aus dem Trubel „auszuklinken“.

Aus diesem chronischen Schlafmangel (mehr zum Schlafbedürfnis des Hundes gibt es hier) entstehen viele Probleme, die häufig in den Kontext der Hyperaktivität gehören.


Unser Denken hat sich verändert

Nicht nur unser gesamtes Umfeld, sondern auch das Denken rund um den Hund hat sich verändert. Für den Hund sind viele positive Dinge dabei. Zum Beispiel sind uralte Trainingsmethoden über Strafe mittlerweile völlig überholt (auch wenn einige Trainer und Hundevereine noch nicht auf dem neuesten Wissenstand angekommen sind).
Wir nehmen den Hund als Familienmitglied wahr und sorgen uns um sein Wohlbefinden.

Innerhalb der letzten Jahre hat sich allerdings ein regelrechter Beschäftigungshype entwickelt, der vielen Hunden nicht mehr gut tut.
Wer sich heute einen Hund anschafft, müsste nach Meinung vieler Menschen einen Zeitaufwand für den Hund betreiben, der entweder übernatürliche Kräfte, oder ein Leben das sich ausschließlich um den Hund dreht, voraussetzt.


Da wird montags mit der Spielgruppe spazieren gegangen, am Dienstag kommt die Freundin mit ihren 3 Kindern zum Kaffeeklatsch vorbei, mittwochs wird Dummytraining gemacht. Weil am Donnerstag keinen Zeit für 4 Stunden Spaziergang bleibt, wird am Freitag nach einer großen Spazierrunde noch Agilitytraining gemacht. Am Wochenende geht es selbstverständlich in den Park, damit der Hund auch Kontakte zu Artgenossen hat.
Das ist natürlich überspitzt, aber es gibt wirklich Menschen, die sich von diesen scheinbar allgemein gültigen Formeln („Der Hund muss ausgelastet werden, sonst ist er unglücklich“) sehr unter Druck setzen lassen. Viele haben dann regelrecht ein schlechtes Gewissen, wenn sie eine Woche krank sind, oder aus anderen Gründen nicht so viel Aktion möglich ist.

Hunde, die so aufwachsen, lernen nie von sich aus zur Ruhe zu kommen. Der Körper befindet sich dauerhaft unter Adrenalin (=Stress).
Durch diesen Beschäftigungswahnsinn drehen viele Hunde einfach durch. Gerade bei hyperaktiven Hunden, bekommt man dann oft noch den Tipp „einfach mehr auszulasten“. Und die Spirale dreht sich weiter.

Hyperaktivität bei Hunden ist ein größer werdendes Problem

Modeproblem hyperaktiver Hund

Zappelhunde sind damit kein Modeproblem im herkömmlichen Sinne. Es entsteht viel mehr aus den sich veränderten Umständen in denen unsere Hunde mit uns zusammen leben. Häufig leiden sowohl Tier als aus Menschen massiv unter der Situation, Stress pur für Alle. Abseits der landläufigen Meinung nach „einfach mehr Auslasten“ gibt Lösungen und Wege, wie ein entspannter Alltag auch mit solchen reizempfänglichen Hunden möglich ist.
Davon unter der Kategorie hyperaktive Hunde mehr.

 

 

*Illustrationen von Aram und Abra