„Ich hab hier ein Leckerli für meinen Hund, damit er freiwillig zu mir zurückkommt.“

So oder ähnlich hört sich das an, wenn meine Oma mir von ihren Erfahrungen mit ihrem Hund berichtet. Meiner Oma versuche ich schon längst nicht mehr zu erklären, dass es einen Unterschied zwischen Belohnung beim Training und Bestechung gibt. Und ich sage ihr auch nicht, dass sie ihren Hund besticht. So lange sie glücklich ist und es dem Hund gut geht, bin ich auch zufrieden.

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Sonntag 17.12.  - 19.30 Uhr

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*inkl. Aufzeichnung für 48h
(Wenn die Anmeldung nicht funktioniert, probier es mit einem anderen Browser. Ansonsten schick mir einfach eine Mail an training@bothshunde.com)

Bei dir – da du meinen Blog liest – stoße ich wahrscheinlich nicht auf taube Ohren oder heißt es in dem Fall „blinde Augen“?
Daher soll es heute genau darum gehen. Ich erkläre dir was der Unterschied zwischen Bestechung und Belohnung ist und auf welche Details du im Training mit deinem Hund achten kannst, damit es echtes Training und nicht Bestechung ist.

Auch mit einem anderen meiner Lieblings-Schmunzel-Sätze räume ich hiermit auf.

„Ich trainiere nicht mit Leckerchen, mein Hund soll das für mich machen.“

Denn richtiges Training mit Leckerlis als Belohnung führen nicht dazu das der Hund etwas „nur wegen des Leckerchlies“ tut.

Der Unterschied zwischen Bestechung und Belohnung in der Hundeerziehung

Ich definiere zunächst beide Begriffe, damit du weißt, was ich darunter verstehe und gebe dir ein Beispiel.

Bestechung – „Alles für den Dackel, alles für den Keks“

Ich rede von Bestechung wenn ich meine, dass ein Hund ein Verhalten nur dann zeigt, wenn ich ihm einen Vorteil davon verspreche. Auf Hundewiesen lässt sich immer wieder folgendes Schauspiel beobachten:

Frauchen ruft nach ihrem Hund, „Fiedo hier“, „Fiedo hierher“, „Fieeeeedoooo loooos jetzt“. Fiedo kommt nicht. Als letzte Chance zieht Frauchen die Leckerli-Tüte aus der Tasche und wedelt damit untermalt von „Fiedo komm her“. DAS ist Bestechung. Der Hund hat wahrscheinlich nie gelernt wirklich auf das Signal (was im übrigen auch nicht eindeutig ist) zu reagieren.
– Sondern er hat gelernt – „Super in dieser Tüte ist was leckeres, toll dass Frauchen mich darauf aufmerksam macht, dann hol ich mir das mal ab.“ Das bedeutet nicht, dass er beim nächsten Mal, wenn Frauchen ruft, verstanden hat, dass er kommen soll, sondern er wird darauf warten bis die Tüte wedelt.

Bestechung ist also, wenn ich dem Hund das Leckerli in Aussicht stelle BEVOR er das gewünschte Verhalten gezeigt hat. In diesem Fall reagiert der Hund wegen des Leckerlis und nicht wegen der Aufforderung.

Belohnung – „so ist’s ein feiner Hund“

Von Belohnung kann im Gegensatz zur Bestechung nur dann gesprochen werden, wenn sie NACH dem geforderten Verhalten kommt, denn sonst wäre es ja die Bestechung.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Training mit Markersignalen. Ein Markersignal ist grob gesagt ein Signal (z.B. ein Geräusch), das dem Hund sagt „das was du jetzt gerade tust ist toll“ und (je nach Markermethode) auch ein Versprechen auf eine Belohnung.

Bleiben wir wieder beim Rückrufbeispiel:
Frauchen ruft „Fiedo hierher“ – Fiedo hat vorher gelernt, was das bedeutet, dreht auf dem Absatz um und flitzt zu Frauchen. Dafür, dass er so gut reagiert hat, holt Frauchen erst in dem Moment, in dem er da ist, ein Leckerli aus der Tasche und bestätigt ihn damit in seinem Verhalten.

In diesem Fall weiß der Hund vorher nicht, ob eine Belohnung folgt oder nicht. Er kommt zurück und reagiert damit auf den Rückruf, weil sein Frauchen ihn gerufen hat. Und vielleicht auch ein kleines bisschen, weil er auf einen Belohnung hofft. Aber er kommt NICHT deswegen, weil die Leckerlitüte geraschelt hat.

Was ist fürs Hundetraining im Zusammenhang (mit Belohnung und Bestechung) wichtig?

Dein Ziel, wenn du deinem Hund etwas beibringst, ist wahrscheinlich, ähnlich wie meins auch, dass er das gewünschte Verhalten zuverlässig zeigt und zwar auch dann, wenn du gerade keine Kekse dabei hast.

Wenn du im Training auf ein paar Dinge achtest, wird das auch funktionieren.

  1. Im ersten Schritt erklärst du deinem Hund, was du von ihm möchtest.
    An diesem Punkt gibt es verschiedene Möglichkeiten, ich erläutere nur eine im Detail, da sie den Unterschied zwischen Bestechung und Belohnung nochmals verdeutlicht. Eine Variante ist, zu warten bis der Hund das Verhalten von alleine zeigt und ihn dann zu bestätigen – reine Belohnung, keine Bestechung. Eine andere hat mit Bestechung zu tun – ja richtig gelesen, manchmal kommt Bestechung auch im Training vor.
    Aber nur und zwar wirklich nur im allerersten Schritt. Im Trainingsaufbau hast du damit die Möglichkeit, deinen Hund in eine bestimmte Position zu locken.
    Häufig bei Aufbau des Signals „Sitz“. Du hälst ein Leckerli und führst es von der Nase deines Hundes nach oben über seinen Kopf. Die meisten Hunde werden sich dann setzen. Sobald er sitzt, bekommt der Hund das Leckerli. Schon bald hat dein Hund verstanden was er tun soll. Dann reicht die Handbewegung ohne Leckerli und mit der anderen Hand greifst du erst, wenn der Hund sitzt zum Leckerli und belohnst deinen Hund während er sitzt.
    Damit ist schon kurze Zeit nach Beginn die Bestechung wieder eliminiert und die Belohnung in euer Training eingezogen.
  2. Verändere die Übungssituation.
    Hunde lernen stark im Zusammenhang mit allem, was um sie herum stattfindet. Übst du also immer nur im Wohnzimmer, fällt es deinem Hund schwer, das auch draußen umzusetzen. (Das ist der Grund, warum es Musterschüler auf dem Hundeplatz gibt, die außerhalb des Geländes scheinbar taub sind.)
    Deshalb ist der nächste Schritt, die Umgebung und Situation zu verändern. Hier das selbe Spiel. Du gibst das Signal (immer noch NUR die Handbewegung ohne Wort) und sobald dein Hund sitzt, gibst du ihm aus der anderen Hand eine Belohnung.

WICHTIG: Achte darauf, dass deine Hand nicht in die Leckerlitasche geht BEVOR der Hund das Verhalten ausgeführt hat. Sonst wird irgendwann diese kleine Bewegung zum Signal. Alles, was in Richtung Belohnung geht passiert NACH dem Verhalten.

3. Steigere die Ablenkung und erhöhe damit den Schwierigkeitsgrad. Wenn du deinem Hund in verschiedenen Situationen erklärt hast, was das Signal bedeutet, ist er ungefähr auf Grundschulniveau. Das Verhalten dann aber auch unter Ablenkung genauso zu können, gleicht einer Abiturprüfung. Die dazwischen liegenden Schulklassen wollen auch geübt werden. Daher überleg dir, welche Ablenkungen wie schwierig für deinen Hund sind und starte mit der leichtesten.

4. Variiere die Belohnung. Wenn dein Hund weiß, was gemeint ist und du auch unter Ablenkung sicher sein kannst, das es klappt, ist es Zeit die Belohnung zu variieren, so dass du nicht jedes Mal ein Leckerli brauchst. Belohne nun nur noch die besseren Versuche. Also eine schnelle Reaktion oder die Ausführung auch unter Ablenkung. So erreichst du, dass dein Hund sich mehr anstrengt und gleichzeitig lernt er bereits, dass nicht immer ein Leckerli folgt. Selbstverständlich kannst du immer ein „brav“ oder „toll gemacht“ als Stimmlob nutzen. Der Effekt der wechselnden Belohnung ist wie bei einem Spielautomaten: Gerade WEIL nicht klar ist, ob es einen Gewinn gibt oder nicht, ist der Reiz so groß.

Mit diesen 4 Schritten lernt dein Hund auch ohne Leckerli & ohne Bestechung auf ein Signal zu reagieren.

Wenn du weitere Tipps zum Training und speziell für den Rückruf haben möchtest, dann lies hier weiter:
Die 5 Geheimnisse des perfekten Rückrufs.

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