„Frau Meier, wenn sie dieses Projekt rechtzeitig abschließen, dürfen sie es in 2 Wochen vor der gesamten Belegschaft selbst präsentieren!“ Ob Frau Meier das als Belohnung oder vielleicht sogar Strafe empfindet, hängt davon ab, ob so eine Präsentation ihr Freude bereitet oder ob sie Angst davor hat und vielleicht nie im Leben vorhat, vor so vielen Menschen zu sprechen.

Eine Belohnung ist immer das, was der zu belohnende als Belohnung empfindet!

Im Falle deines Hundes: Es kommt darauf an, was dein Hund als Belohnung empfindet und nicht was du meinst, was eine Belohnung ist!
In einem vorangegangenen Artikel habe ich bereits darüber geschrieben, was der Unterschied zwischen Bestechung und Belohnung ist. Wenn du immer noch der Meinung bist, dass du deinen Hund mit deiner Belohnung bestichst etwas für dich zu tun, dann lies doch hier nochmal rein: Wie du deinen Hund belohnst ohne ihn zu bestechen!

In diesem Artikel gehe ich darauf ein, worauf es bei der Belohnung ankommt und wie du die richtige Option für deinen Hund und die jeweilige Situation findest. Zunächst starten wir mit meiner Liste von 15 Möglichkeiten deinen Hund zu belohnen – schreib mir gerne in die Kommentare, wenn dir noch mehr einfallen!

15 Möglichkeiten deinen Hund zu belohnen

  • gemeinsames Spiel
  • Rennen dürfen
  • in Ruhe schnüffeln
  • Suchspiel
  • Keks
  • Superleckerli
  • Tube schlecken
  • Ballspiel
  • Massage
  • kurzes Streicheln
  • Wortlob „fein“, „super“, „prima“
  • zum anderen Hund dürfen
  • aus der Situation rausgehen
  • Lieblingsspielzeug tragen
  • Aufmerksamkeitspause „mach mal dein Ding“

Finde heraus, was für deinen Hund die Belohnung ist

Bestechung oder Belohnung ohne Leckerli Hundeerziehung Hundetraining positives TrainingDamit du später aus verschiedenen Möglichkeiten schöpfen kannst, schreibe dir auf, was für deinen Hund eine Belohnung ist. Mach dir eine lange Liste und beginne dann herauszufinden welche Priorität dein Hund dieser Belohnung gibt.

8 Tipps für deinen entspannten Alltag
mit Hund!

​Völlig kostenfrei, keine Verpflichtung für dich!

Meine Liste oben kann dir als Anregung dienen. Einige Dinge davon werden auch für deinen Hund passen, andere wiederum nimmt dein Hund möglicherweise überhaupt nicht positiv wahr. Es gibt beispielsweise Hunde, die es völlig daneben finden, draußen angefasst zu werden. Dann wäre streicheln als Lob eher ungeeignet. Steht dein Hund eher nicht auf Futter in jeder Lebenslage, dann landet das eher am unteren Ende der Liste, fährt er auf Futter aller Art total ab – dann kann das sehr weit oben stehen.

Was das Richtige ist, ist also sehr individuell und von Hund zu Hund verschieden. Außerdem darfst du bei der Wahl deines Lobs auch die Situation und dein Ziel mitberücksichtigen.

Die passende Belohnung für jede Situation

Je nachdem, was du gerade übst, kann es sein, das jeweils verschiedene Lobformen Sinn machen. Ich gebe dir drei Beispiele, anhand denen du besser verstehst, was ich damit meine.

  1. Du gehst mit deinem Junghund in fremder Umgebung spazieren. Ihm fällt es schwer, sich auf dich zu konzentrieren, weil im Umfeld alles so spannend ist. Da sind tausende von Gerüchen, neue Bäume, tolles Gras, … . Du schaffst eine Übungssituation und übst mit deinem Hund ein paar Minuten lang einige Signale. Während der Übungsphase ist dein Hund sehr konzentriert und macht super mit. Ein Lob könnte hier sein, die Übung aufzulösen und den Hund im Umkreis in aller Ruhe alles anschauen und beschnüffeln zu lassen. Anschließend gehst du wieder zu kurzen Übungseinheiten über.
  2. Du übst mit deinem Hund den Rückruf. Mit Futter ist er nur schwer zu motivieren. Bei so einer Übung finden die meisten Hunde es ziemlich doof, anschließend angefasst zu werden. Es bietet sich an, für die Rückrufübung das Lieblingsspielzeug dabei zu haben und das als Lob einzusetzen.
  3. Dein Hund hat Probleme/Angst vor rennenden Kindern. Futter nimmt er in der Situation nicht an. Du übst natürlich in einem Abstand, der deinem Hund Lernen ermöglicht und ihn nicht überfordert. Während ihr aus der Entfernung den Kindern zuschaut, unterstützt du deinen Hund mit einer Berührung. Kann er für einige Momente ruhig bleiben und schaut den Kindern zu, ohne sofort wegrennen zu wollen, beendest du diese Übung und gehst aus der Situation raus. Gerade bei Angstthematiken ist es oft hilfreich, das Verlassen der Situation als zusätzliches Lob zu verwenden und zwischendurch die Spannung abzubauen.

Lob als Lernunterstützung – nicht Lernverhinderer

Zusätzlich zur Überlegung, was dein Hund in der jeweiligen Lernsituation als belohnend empfindet oder eben nicht, kannst du das Lob auch als Lernunterstützer einsetzen. Was meine ich damit? Nun; je nachdem was du übst und was das Lob auslöst, kannst du deinem Hund das Lernen erschweren oder erleichtern. Auch hier wieder zwei Beispiele:

  1. Dein Hund soll lernen, auf ein Signal hin ganz ruhig und entspannt hinter dir zu laufen. Die Umsetzung dieses Signals erfordert von deinem Hund, dass er sich zurücknimmt und sehr ruhig ist. Als Lob eignen sich hier dann Dinge, die deinen Hund nicht zusätzlich aufdrehen. Ein wildes Ballspiel nach Abschluss der Übung macht es deinem Hund schwerer, das Gelernte zu verarbeiten und wird zusätzlich beim nächsten Mal unnötig Aufregung in die Übung reinbringen. Ein relativ uninteressantes Leckerli oder ein bloßes Stimmlob sind hier viel besser geeignet.
  2. Brauchst du deinen Hund aktiv und voller Elan zur Umsetzung einer Aufgabe, darf auch die Belohnung etwas spannendes sein. Übst du beispielsweise den Notfall-Rückruf, möchtest du, dass dein Hund – egal in welchem Moment – auf das Signal hin sofort umdreht und auf dich zurennt. Wenn er ankommt, darf dann eine kleine Party steigen, damit der Aufwand und die Energie des Hundes sich auch im Lob wiederfindet.

Wichtig in dem Zusammenhang: Ein Lob sollte nie so wild und ausufernd sein, dass der Hund danach nicht mehr zur Ruhe kommt. Pausen sind wichtig, damit dein Hund lernen kann und die Dinge so im Gehirn verarbeitet, dass er es beim nächsten Mal noch weiß. Wenn du jedesmal nach der Übung 10 Minuten wild mit dem Hund spielst, machst du es dir und deinem Hund unnötig schwer, neue Dinge zu lernen.