Stell dir vor, du fährst mit dem Auto auf der Autobahn – und plötzlich hat das Lenkrad keine Funktion mehr. Die Bremse reagiert irgendwie, manchmal, wenn du fest genug drückst. Das Gaspedal macht ungefähr das, was du willst. Und der Blinker? Den nutzt du eigentlich gar nicht, weil dein Beifahrer ja mitkriegt, wenn du die Spur wechselst.

Darüber liest du in diesem Blogartikel: Ausblenden

Klingt absurd? Genau das passiert auf vielen Spaziergängen täglich.

Nicht weil die Menschen ihre Hunde nicht mögen oder kein Training gemacht haben. Sondern weil das Thema Kommunikation oft auf einen einzigen Punkt reduziert wird: den Rückruf. Alles andere – Richtung, Tempo, gemeinsam laufen, stoppen – das regelt irgendwie die Leine. Solange sie dran ist.

Was dann passiert, wenn sie es nicht mehr ist, weißt du wahrscheinlich.

Dieser Artikel ist Teil meiner Serie zu den vier Kompetenzen, die ich für einen entspannten Spaziergang – mit oder ohne Leine – für wirklich wichtig halte. Eine Übersicht über alle vier findest du hier: Die 4 Kompetenzen im Überblick. Und wenn du wissen möchtest, wie Impulskontrolle und Stressmanagement in dieses Bild passen, schau gern in diesen Artikel: Kompetenz Impulskontrolle & Stressmanagement.

Hier geht es jetzt um Kompetenz 3: Kommunikation. Konkret: um die Signale, die ihr braucht. Was sie bedeuten sollen, wie du sie aufbaust – und wie du dafür sorgst, dass sie auch dann noch funktionieren, wenn es drauf ankommt.

Hund an der Leine und im Freilauf: Warum Kommunikation immer gleich funktioniert

Bevor wir zu den einzelnen Signalen kommen, möchte ich dir ein Bild mitgeben, das für mich alles erklärt.

Ich vergleiche die Kommunikation mit dem Hund draußen gern mit dem Autofahren. Nicht weil Hunde Maschinen sind – das sind sie natürlich nicht. Sondern weil das Bild so schön zeigt, was ich eigentlich brauche, um mit meinem Hund unterwegs zu sein.

Ich möchte lenken können. Ich möchte das Tempo bestimmen können. Ich möchte bremsen können. Ich möchte in Kolonne fahren können – also gemeinsam mit meinem Hund eine Strecke zurücklegen, ohne dass wir ständig auseinanderdriften. Und ich möchte einen Airbag haben. Etwas, das greift, wenn wirklich mal etwas schiefgeht.

An der Leine ist die Leine mein Airbag. Im Freilauf brauche ich dafür ein Signal.

Lenken, bremsen, Gas geben, gemeinsam laufen – all das funktioniert über Signale, und diese Signale sind grundsätzlich identisch, egal ob eine Leine dran ist oder nicht. Der einzige Unterschied im Freilauf ist oft die Distanz und manchmal die Priorität einzelner Signale. Aber das Grundprinzip bleibt gleich.

Das klingt simpel. Und ist es auch. Nur in der Praxis passiert häufig genau das Gegenteil.

Viele Menschen kommunizieren an der Leine fast ausschließlich über die Leine selbst: ein kleiner Zug in die Richtung, die Leine als natürliche Bremse, der Hund dreht sich schon um, wenn er ans Ende kommt. Das funktioniert, solange die Leine da ist. Aber es ist keine Kommunikation – es ist ein Hilfsmittel, das Kommunikation ersetzt.

Und wenn das Hilfsmittel wegfällt, steht man da ohne Sprache.

Der Schlüssel: Verhalte dich an der Leine so, als wäre keine Leine dran. Nutze deine Körpersprache. Kündige Richtungswechsel an. Sag deinem Hund, wenn ihr langsamer oder schneller werden. Dann ist der Übergang zum Freilauf keine große Sache mehr – es fehlt einfach nur noch der Airbag, und den baut ihr separat.

Welche Signale dein Hund für den Spaziergang wirklich braucht

Zurück zum Autofahren. Was brauche ich, um ein Auto sicher und entspannt zu bewegen? Ein Lenkrad, ein Gaspedal, eine Bremse – und einen Airbag für den Fall der Fälle.

Übertragen auf den Spaziergang mit dem Hund brauche ich genau dasselbe: Mindestens ein Signal zum Lenken, eines zum Beschleunigen, eines zum Bremsen und einen Airbag für Notfälle.

Das Problem: Die meisten haben das Gaspedal – irgendeinen Rückruf – und nutzen den zum Lenken, als Gaspedal und mangels Bremse auch im Rückwärtsgang um den Hund von irgendwas zu stoppen.  Im Grunde läuft der Hund rum und der Mensch gibt ständig nur Gas – mal Vorwärts mal Rückwärts. Irgendwann findet man sich dann in einem hektischen Spaziergang wieder auf dem man ständig nur den Rückruf ruft, aber sonst keine Möglichkeit hat auf den Hund einzuwirken. Für den Hund anstrengend, für den Menschen frustrierend – und nicht zu letzt auch noch völlig gegen das, was die meisten sich wünschen. Denn mit dem ständigen Gas geben, pushen wir die Hunde unnötig hoch. Und es gibt so viel mehr Situationen auf einem Spaziergang die eine klare Regelung brauchen, die lässt ein Rückruf oft ohne Lösung zurück.

Den Airbag – also ein Signal für echte Notfallsituationen im Freilauf – haben die wenigsten überhaupt aufgebaut. Und genau der fehlt dann in dem Moment, in dem man ihn braucht.

Welche Signale ich meinen Kunden für ihre Hunde empfehle (und auch im Alltag mit Alma nutze) findest zu zusammen mit ihrer Funktion in unserem Auto-Analogie und der Bedeutung für den Hund in der folgenden Tabelle.

Signal Auto – Analogie Bedeutung
„Weiter“ Lenkrad Komm in meine Richtung mit – auch auf Distanz
„Warte“ Bremse Bleib kurz stehen, wo du gerade bist
„Schau mal her“ (Standardrückruf) Gaspedal Komm zu mir zurück
„Bei mir“ Kolonne Fahren Lauf direkt an meiner Seite
„Seitenwechsel“ Spurwechsel Wechsel auf meine andere Seite
Notfall-Rückruf Airbag Komm sofort und möglichst schnell zu mir – für Ausnahmesituationen

 

Wie genau die Signale zusammenspielen, welches am meisten in eurem Alltag genutzt wird, welche man auch erst später mit reinnehmen kann – das ist sehr individuell. Aber ich habe noch nie erlebt, dass ein Rückruf (Wenn man Alternativen hat) wirklich das meist genutzte Signal ist.
Den Aufbau, wie man das Schritt für Schritt beibringt, wie man es so trainiert, dass es auch wirklich funktioniert und wie der Spaziergang wieder viel mehr Klarheit und Ruhe bringt – all das lernst du im Onlinekurs „Entspannte Spaziergänge – an der Leine und im Freilauf„.

Die häufigsten Fehler bei der Kommunikation mit dem Hund

Es gibt drei klassische Stolpersteine beim Thema Kommunikation – und ich sehe alle drei regelmäßig.

Fehler 1: An der Leine anders mit dem Hund kommunizieren als im Freilauf

Wir Menschen sind Primaten. Wir haben gern etwas in der Hand, und wenn wir etwas in der Hand haben, dann nutzen wir es auch. Die Leine kriegt eine Priorität, die sie eigentlich nicht haben sollte.

Das Ergebnis: An der Leine sprechen viele Menschen kaum mit ihrem Körper. Die Leine lenkt, die Leine bremst, die Leine zeigt die Richtung. Körpersprache? Unnötig.

Aber der Hund lernt nicht, auf Körpersprache zu achten – weil er es nicht muss. Und im Freilauf, wo die Leine weg ist, fehlt plötzlich das wichtigste Kommunikationsmittel.

Deswegen: Leine dran, aber Verhalten wie ohne Leine. Das ist die wichtigste Übung, die du sofort beim nächsten Spaziergang machen kannst. Beobachte, in welchen Momenten du die Leine zur Kommunikation nutzt – und fang an, diese Momente mit deinem Körper, deiner Stimme, einem Signal zu ersetzen.

Fehler 2: Nur einen Rückruf haben – und sonst keine Signale für den Hund

Der Rückruf ist wichtig. Er ist unverzichtbar. Aber er reicht nicht.

Ein Rückruf löst nicht alle Situationen. Er holt deinen Hund zu dir – aber er sagt ihm nicht, wo er lang soll, wie schnell er gehen soll, ob er warten soll oder auf welcher Seite er laufen soll. Wenn der Rückruf das einzige Signal ist, mit dem du im Freilauf arbeitest, dann reduzierst du die gesamte Kommunikation auf einen einzigen Knopf.

Ein gutes Signalrepertoire ist kein Trick-Training. Es ist ein Gesprächswerkzeug. Es ermöglicht dir, ein Gespräch am Laufen zu halten – und deinem Hund, dich zu verstehen.

Fehler 3: Signale beim Hund schleifen lassen

Das ist der Stolperstein, den die meisten erst merken, wenn es zu spät ist.

Der Rückruf funktioniert super. Wochenlang. Man lobt, man belohnt, es läuft. Und dann – ganz schleichend – belohnt man seltener. Der Hund kommt schon mal zwei Meter vor einem stehen, aber man geht einfach weiter. Das nächste Mal kommt er etwas langsamer. Irgendwann kommt er erst beim dritten Ruf.
Mal meint man mit dem Rückruf, dass der Hund nur grob die Richtung ändern soll, mal soll er bis zur Fußspitze zurückkommen. Mal ruft man den Namen des Hundes, mal das Rückruf Wort. Kurz: Wir Menschen werden unklar. Der Hund muss rätselraten, was jetzt gemeint ist. Und meistens rät er richtig. Aber wenns schwierig wird, ist raten nicht gut genug.

Und dann steht man in einer schwierigen Situation und wundert sich, warum der Rückruf nicht mehr funktioniert.

Signale leben davon, dass sie regelmäßig Bedeutung haben. Bedeutung heißt: Sie werden einheitlich genutzt, sie haben ein klares Ergebnis, und sie werden auch dann noch belohnt (wie stark hängt von der Anforderung ab), wenn alles längst läuft. Nicht weil der Hund das braucht, um zu gehorchen – sondern weil Wertschätzung das Fundament dafür ist, dass etwas langfristig gut bleibt.

Signale beim Hund aufbauen: Das Grundprinzip

Unabhängig davon, welches Signal du gerade aufbauen möchtest – ob Rückruf, Warte oder Seitenwechsel – gelten immer dieselben Grundsätze.

Signal klar definieren: Was dein Hund wirklich verstehen soll

Bevor du anfängst zu üben: Weiß du selbst genau, was das Signal bedeuten soll? Welches Wort benutzt du? Was macht dein Körper dabei? Wie endet das Signal – was ist das Ergebnis, das du haben möchtest?

Wenn der Rückruf bedeutet „komm bis an mein Bein“, dann bedeutet er das immer. Nicht heute an mein Bein und morgen zwei Meter vor mir. Klarheit auf deiner Seite ist die Voraussetzung dafür, dass dein Hund dich versteht.

Und denk daran: Körpersprache ist im Zweifel wichtiger als das Wort. Hunde orientieren sich zuerst an Bewegung und Haltung, dann an Tönen. Das bedeutet, dass dein Körper das Signal mitgeben muss – und dass es hilfreich ist, beides zusammen zu etablieren: Körper und Wort ergeben gemeinsam das Signal.

Signale beim Hund trainieren: Von leicht nach schwer

Jedes neue Signal wird zuerst ohne Ablenkung aufgebaut. Zu Hause, im Garten, in einer ruhigen Umgebung. Wenn das sauber klappt, kommt der nächste Schritt: leichte Ablenkung. Dann mehr Ablenkung. Dann Distanz. Dann beides zusammen.

Das ist kein Luxus – das ist das Fundament. Ein Signal, das nur zu Hause ohne Ablenkung funktioniert, ist noch kein Signal für den Alltag. Es ist ein Anfang.

Das Prinzip der kleinen Schritte: Du gehst erst zum nächsten Schwierigkeitsgrad, wenn du wetten würdest, dass es klappt. Nicht wenn es vielleicht klappt. Nicht wenn du hoffst, dass es klappt. Wenn du dir ziemlich sicher bist. Dann ist der nächste Schritt genau halb so groß, wie du denkst.

Dieser Ansatz schützt das Signal. Es entstehen Erfolgserlebnisse – für deinen Hund und für dich. Und dein Hund lernt: Ich kann das. Ich kann das sogar, wenn 200 Meter weiter ein anderer Hund ist. Ich kann das sogar, wenn es nach Brötchen riecht.

Nicht im Alltag einsetzen, bevor alles gelernt ist: Signale beim Hund erst festigen, dann einsetzen

Das ist einer der häufigsten Fehler: Man baut heute ein Signal auf und probiert es morgen schon in der schwierigsten Situation aus. „Schauen wir mal, ob es auch klappt, wenn er gerade mit anderen Hunden spielt.“

Nein. Nicht so.

Wenn ein Signal noch nicht gefestigt ist, nutze es nicht in Situationen, in denen du nicht sicher bist, dass es funktioniert. Jedes Mal, wenn ein Signal gegeben wird und nichts passiert, verliert es an Bedeutung. Das ist keine Theorie – das ist einfach, wie Lernen funktioniert.

Erst wenn das Signal sauber aufgebaut ist und du weißt, dass es in dieser Schwierigkeitsstufe zuverlässig klappt, kommt es in den Alltag.

Belohnung im Hundetraining: Je höher die Anforderung, desto wertvoller

Je höher die Anforderung, desto hochwertiger die Belohnung. Das gilt vor allem beim Aufbau.
Ein Signal, das bei hoher Ablenkung oder in emotional aufgewühlten Situationen funktionieren soll – zum Beispiel der Notfallrückruf – bekommt die beste Belohnung, die du hast. Immer. Damit sein Wert nie sinkt. Damit das nicht bei jeden simplen kleinen Rückruf im Alltag nötig ist, gibts die Unterscheidung beider Signale.
Ein Signal, das easy läuft und eine entspannte Haltung danach haben soll, kann auch mal mit einem ruhigen Loben oder einer kleinen Belohnung auskommen.

Die Faustregel: Belohne das, was du dauerhaft haben möchtest – auch wenn es längst funktioniert.
Damit ist nicht gemeint dauerhaft super simple Sachen mit hochwertigen Leckerlis zu belohnen. Aber auch für etwas super Einfaches, was der Hund easy kann und gerne macht, kann man doch „Danke“ sagen. Ein Lächeln, Ein „Super“, Sich ernsthaft darüber freuen, wie gut es funktioniert. Das macht die Kommunikation so viel schöner zwischen Euch. Als ein miesepetriges: „Der Hund ist jetzt schon 4. Da lobe ich doch für ein einfaches XY nicht mehr.“ – welcher Zacken bricht uns denn dabei aus der Krone?

Mehr zum Belohnen liest du hier und hier.

Was tun, wenn dein Hund ein Signal nicht ausführt?

Wenn ein Signal nicht funktioniert, ist die erste Frage nicht „Was macht mein Hund falsch?“ sondern: „Was hat mich verunsichert, was war anders, was liegt hier schief?“
War meine Körpersprache klar? Konnte der Hund mich überhaupt hören oder sehen? War die Situation zu schwer für den aktuellen Trainingsstand?

Und dann: Zurück auf eine Stufe, auf der das Signal sauber funktioniert. Eine kurze, entspannte Übungseinheit machen. Das Signal wieder frisch verknüpfen. Belohnen, dass es klappt. Das ist keine Niederlage – das ist Trainingshygiene.

Wenn der Hund ganz klar weiß was zu tun ist und die Ohren auf Durchzug stellt, ist das was anderes. Wie man damit umgeht, erkläre ich auch genau im Online Kurs „Entspannte Spaziergänge: An der Leine und im Freilauf„. Allerdings: Ich erlebe es im Training selten, dass die Grundlagen wirklich gelegt sind. Das Signal wirklich sauber aufgebaut und in verschiedenen Schwierigkeitsstufen geübt wurde. Bevor ich den Hund fürs „Ohren auf Durchzug stellen“ verantwortlich mache, muss ich meinen Teil der Arbeit geleistet haben.

Konsistenz: Warum dein Hund nur versteht, was du immer gleich meinst

Es gibt viele Dinge, die im Hundetraining wichtig sind. Aber wenn ich einen einzigen Faktor nennen müsste, der über Erfolg oder Misserfolg in der Kommunikation entscheidet, wäre es dieser: Konsistenz.

Ein Signal bedeutet immer dasselbe. Nicht heute das, morgen etwas anderes, übermorgen irgendwie beides.

Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit – und trotzdem ist es der Punkt, an dem die meisten Kommunikationsprobleme entstehen. Nicht aus bösem Willen. Sondern weil wir Menschen im Alltag schludern. Weil wir manchmal müde sind oder keine Lust haben. Weil wir heute in einer ruhigen Situation großzügig sind und morgen in einer schwierigen Situation plötzlich andere Maßstäbe anlegen.

Der Hund versucht das Ganze die ganze Zeit zu verstehen. Er liest dich. Er liest deine Körpersprache, deinen Tonfall, deine Haltung. Und wenn das Signal mal so und mal so eingesetzt wird, wird er irgendwann anfangen, auszuprobieren, welches Ergebnis wohl gemeint ist.

Konsistenz ist eine Form von Respekt. Sie sagt dem Hund: Ich mache das, was ich sage, und ich sage, was ich meine. Ich bin verlässlich.

Das ist kein militärisches Konzept. Es hat nichts mit Strenge zu tun. Es ist schlicht die Grundlage dafür, dass dein Hund dich versteht – und darauf vertrauen kann.

Das Wichtigste zu Signalen und Kommunikation mit dem Hund

Wenn du dir aus diesem Artikel einen Gedanken mitnehmen möchtest, dann diesen:

Leine und Freilauf sind dasselbe. Die Leine ist der Airbag – nicht die Sprache.

Was das in der Praxis bedeutet:

  1. Bau Signale auf, die dir wirklich helfen – Richtung, Tempo, gemeinsam laufen, stoppen, und den Airbag für Notfälle. Fang mit klaren Definitionen an, übe von leicht nach schwer, belohne passend zur Anforderung. Sei konsistent – mit dem Signal selbst und mit dir.
  2. Und pflege deine Signale, auch wenn sie längst sitzen. Nicht weil dein Hund es vergessen wird. Sondern weil Kommunikation etwas ist, das lebendig bleibt, wenn man es pflegt.

Das ist das Fundament, auf dem alles andere aufbaut: dass dein Hund dich wirklich versteht – und du ihn auch.

Häufige Fragen zu Signalen und Kommunikation mit dem Hund

Welche Signale braucht ein Hund für den Spaziergang wirklich?

Die wichtigsten Signale für den Alltag sind: ein Richtungssignal („Weiter“), ein „Warte“-Signal zum Stoppen auf Distanz, ein zuverlässiger Rückruf, ein Signal für das gemeinsame Laufen an der Seite und ein Notfallrückruf. Das sind keine Tricks, sondern ein Gesprächswerkzeug.
Die meisten Hundehalter haben nur einen Rückruf, der für alles mögliche herhalten soll und damit für den Hund unklar wird.

Was ist der Unterschied zwischen Rückruf und Notfallrückruf beim Hund?

Der normale Rückruf wird täglich genutzt und ist das Standardsignal, um den Hund zu sich zu rufen. Im Alltag passieren schnell kleine Fehler, oder man ist nicht 100% genau. Das macht den „Standardrückruf“ weniger zuverlässig – wenn auch völlig ausreichend für den Alltag.

Der Notfallrückruf ist ein separates Signal, das extra zuverlässig aufgebaut wird – und das im Alltag bewusst nicht genutzt wird. Dadurch behält er seinen hohen Wert und funktioniert auch in wirklich kritischen Situationen.

Warum funktioniert der Rückruf meines Hundes im Freilauf nicht mehr?

Meistens liegt das an einem von drei Dingen:

  1. Das Signal wurde im Alltag zu oft unterschiedlich und ohne Belohnung genutzt und hat an Bedeutung verloren.
  2. Die Ablenkung war beim Training nie hoch genug – das Signal ist also nur für ruhige Umgebungen gefestigt.
  3. Oder dein Hund hat Nachholbedarf in einer der anderen 3 Kompetenzen für entspannte Spaziergänge (Gelassenheit, Impulskontrolle, Verbindung halten, Umgang mit Umweltreizen), so dass der Rückruf die Lücken hier nicht alleine ausgleichen kann.
Wie baue ich ein neues Signal mit meinem Hund auf?

Zuerst klar definieren: Welches Wort, welche Körpersprache, welches Ergebnis? Dann in einer reizarmen Umgebung starten, ohne Ablenkung. Erst wenn das zuverlässig klappt, kommt der nächste Schritt: leichte Ablenkung, dann mehr, dann Distanz. Immer nur dann zum nächsten Schwierigkeitsgrad, wenn du wetten würdest, dass es klappt.

Muss ich meinen Hund für Signale belohnen, die er schon lange kann?

Ja – und das ist kein Verwöhnen, sondern Trainingshygiene. Signale, die nie mehr belohnt werden, verlieren schleichend an Qualität. Das passiert langsam und fällt erst auf, wenn es in einer schwierigen Situation plötzlich nicht mehr funktioniert. Regelmäßige Belohnung auch für gut sitzende Signale hält sie zuverlässig.

Eine Belohnung darf dabei zur Anforderung passen. Ein lächeln, echte Wertschätzung und ein „Super“ reichen im Alltag für ein super gefestigtes und einfaches Signal auch aus, wenn dann hin und wieder mal ein Leckerli dabei rausspringt ist das auch schön. 

Gar kein Feedback zu geben und es einfach als selbstverständlich zu sehen, wenn der Hund sofort das tut, was wir gefordert haben, ist ein Garant dafür, dass es irgendwann nicht mehr klappt.

Ist die Kommunikation mit dem Hund an der Leine anders als im Freilauf?

Sie sollte es nicht sein – und das ist der entscheidende Punkt. Wer an der Leine hauptsächlich über die Leine kommuniziert, baut keine echte gemeinsame Sprache auf. Die Leine ist der Airbag, nicht die Sprache. Wer sich an der Leine so verhält als wäre keine dran – also mit Körpersprache und Signalen arbeitet – hat im Freilauf kaum Umstellungsbedarf.

Du willst mehr zum Thema? In der Übersicht der vier Kompetenzen findest du alle Bausteine für einen entspannten Spaziergang. Und wie Stressmanagement und Impulskontrolle in euer gemeinsames Bild passen, erkläre ich hier.

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