Effektives Hundetraining geht leicht – wenn man auf ein paar Dinge achtet

Dem Hund etwas neues, etwa einen Trick beizubringen ist in den meisten Fällen relativ leicht, wenn man sich nur ein paar kleine Dinge aus dem Lernverhalten des Hundes vor Augen hält. Auch wenn der Hund sich unerwünschtes Verhalten angewöhnt hat, greifen im Prinzip dieselben Regeln. Und doch, obwohl auf dem Papier alles so einfach aussieht gibt es viele Sachen die schieflaufen können. Dann wird Training zäh, du stehst auf der Stelle und es macht weder dir noch deinem Hund Spaß.

Für 5 davon möchte ich in diesem Artikel kurz  und knapp erzählen, warum sie wichtig sind. Mara von Hundesport Nubi hat dazu aufgerufen und diesem Ruf folge ich natürlich gerne! Hier findest du den Artikel dazu, indem auch alle anderen Beiträge dieser Reihe verlinkt sind.

Also los – 5 kurze und knackige Tipps für effektives Hundetraining!

Sei dir bewusst WARUM du etwas trainieren möchtest

Bevor das Training überhaupt losgeht, treffen wir bereits auf den ersten Stolperstein. Ohne eine klare Idee warum ich dieses oder jenes mit meinem Hund trainieren möchte, wird es nicht klappen. Nicht jeder Hund muss alles können. Was für den einen Hund sehr wichtig ist, muss für den anderen überhaupt nicht relevant sein. Also überlege dir ob das was du trainierst, auch wirklich für dich und deinen Hund hilfreich ist, oder ob du es nur trainieren möchtest, weil andere Hunde das auch können, oder der Nachbarshund es kann.

Ein Beispiel: Eine Kundin mit ihrem Labrador rief mich völlig verzweifelt an. Sie fühlte sich schlecht, weil im Dummytraining wieder mal alles schiefgelaufen war. „Jetzt müssen wir zu Hause wieder so viel nachholen, damit wir nächste Woche mithalten können. Ich habe doch einen Labrodor, der muss doch apportieren mögen und können. Irgendwas mache ich falsch!“ 

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Meine Antwort darauf waren zwei Fragen: „Habt ihr beide Spaß am Training? Braucht ihr das Apportieren für irgendwas in euren Alltag dringend?“. Beides verneinte die Kundin. „Warum tust du es dann?“, war meine nächste Frage. Sie wusste es nicht, wahrscheinlich „weil man es halt macht mit einem Retriever.“ 

Es macht keinen Sinn etwas zu trainieren zu wollen, dessen Zweck du nicht erkennst und was euch keinen Spaß macht. Tricktraining zB hat meist den einzigen Zweck, das Mensch und Hund Spaß haben – das ist ein tolles „Warum“. Wann immer du ein Warum aus dir heraus hast, weil du wirklich möchtest, dass dein Hund ein bestimmtes Verhalten kann, weil es für EUCH wichtig ist und nicht für irgendjemanden, ist die erste Grundlage für erfolgreiches Training gesetzt.

Erkläre deinem Hund genau was du von ihm möchtest

Sind wir dann im Training selbst, warten die nächsten Stolpersteine auf uns. Es gibt unzählige Wege einem Hund ein neues Verhalten beizubringen, viele davon haben grundsätzlich ihre Berechtigung, aber nicht alle sind für jedes Mensch-Hund-Team, jede Situation geeignet. Hier bist du gefragt (oder der kompetente Trainer, der euch anleitet), das passende Vorgehen auszuwählen.

Eine gute Möglichkeit herauszufinden ob die Form wie du deinem Hund etwas beibringen möchtest, auch verständlich ist, besteht darin dich selbst in seine Lage zu versetzen. Frage dich „Würde ich selber so verstehen was ich tun soll?“. Lautet die Antwort „nein“, dann kann dein Hund das sehr wahrscheinlich auch nicht.

An der Stelle nutze ich gerne das Beispiel der Leinenführigkeit. Dazu gibt es so viele Trainingsmöglichkeiten wie Planeten am Himmel. Eine ganz bekannte ist: „Bleibe stehen wie ein Baum sobald dein Hund zieht.“

Stell dir vor du wärst mit einer Schnur an einen Elefanten gebunden. Du läufst mit ihm, schaust dir die Umgebung an, bist fasziniert von den Pflanzen, die du siehst. Du bist so fasziniert, dass du nicht mitbekommst wie lang die Schnur noch ist, sie kommt auf Spannung. Der Elefant bleibt stehen. Vielleicht bekommst du irgendwann raus, das ihr euren Weg erst dann fortsetzt, wenn du zum Elefanten zurückgehst und ihn abholst. Aber weißt du deswegen, was genau von dir verlangt ist?

Wie wäre es wenn der Elefant, dir immer dann wenn du im Abstand an der lockeren Schnur bei ihm läufst, sagt das er das gut findet und vielleicht dann wenn die Schnur auf Spannung kommt ein vereinbartes Signal für „so nicht“ kommt. Könntest du damit schnell herausfinden, was du tun sollst?

Also: Überprüfe dein Vorgehen beim Training nochmal dahingehend, ob du deinem Hund erklärst was genau du möchtest. Und nicht nur: was du nicht möchtest.

Von der Grundschule zur Doktorarbeit

Du kannst super gut sein im erklären, aber wenn du mit einem Grundschüler über den letzten Beitrag in der „Wissenschaft aktuell“ Hypothesen diskutieren möchtest, wird er entweder fragend gucken, oder sich einem spannenderen Spiel zuwenden.

Lernt dein Hund ein neues Verhalten, bringst du ihm zuerst unter super Lernbedingungen bei was gemeint ist. Nehmen wir das Beispiel „Sitz“. Sehr wahrscheinlich erklärst du deinem Hund zu Hause ohne große Ablenkung in kleinen Schritten was er tun soll, wenn du „Sitz“ sagst. Perfekt – dein Hund hat gelernt wie man die Zahlen 1-10 schreibt. Wunderbar. 

Würdest du jetzt direkt dazu übergehen von deinem Hund zu verlangen, das „Sitz“ aus vollem Rennspiel heraus mit seinem besten Freund zu zeigen, kannst du dir sicher sein, dass es nicht klappt. Und das nicht weil der Hund es nicht möchte, sondern weil er es nicht kann.
Nur weil dein Grundschüler die Zahlen 1-10 schreiben kann, ist er noch lange nicht in der Lage eine Abhandlung über die Quadratwurzel aus π hoch 28 zu verfassen.

Bis ein Signal unter großer Ablenkung und unter hohem Tempo und Erregungslage umgesetzt werden kann, braucht es auch die Zwischenstufen im Training. Führe deinen Hund von der Grundschule zum Abitur bis in die Doktorarbeit.

Bringe ihm das „Sitz“ in unterschiedlichen Umgebungen bei, übe es auch aus dem Laufen, … mache die Aufgaben immer etwas schwerer für deinen Hund, aber immer so, dass er noch in der Lage ist es umzusetzen und zu verstehen.

Für diesen Tipp, kannst du dir ergänzend ein kurzes Video von mir anschauen.

kurze Übungseinheiten im Alltag integriert

Ich habe keine Zeit für ständiges Training mit meinem Hund, wir gehen 1x die Woche zur Hundeschule, da kann er eine Stunde was lernen.

Könnte schwierig werden – dem Hund abzuverlangen, dass das was er innerhalb einer Stunde als geballtes Wissen neu erlernt, dann direkt im Alltag umzusetzen. 
Wenn du mir nicht glaubst – dann lies einfach über einen gesamten Tag mal alle Blogartikel hier bei mir. Und dann – ab morgen setze alles genauso um wie ich es geschrieben habe. 😉

Wie geht es besser? Gehen wir hier davon aus, du übst gerade den Rückruf mit deinem Hund. In der Stunde auf dem Hundeplatz hast du ihm erklärt was er tun soll, wenn du rufst/pfeiffst/… . Super Basis.
Wenn du jetzt auf euren Spaziergängen 2-3 Mal am Tag eine mini Übungseinheit machst, immer so abgestimmt, dass der Hund es umsetzen kann (siehe Tipp vorher), dann kostet dich das keine zusätzliche Zeit. Du bist sowieso mit deinem Hund draußen. Nutze euren Alltag um kurze (1-2min) Übungen einzubauen und übe dabei die Dinge, die für euch wichtig sind.

Es ist viel wertvoller – über den Tag verteilt immer wieder mal 1-2 Minuten kurze Übungen zu integrieren, damit man jeden Tag 10min etwas geübt hat, als an einem Tag in der Woche 60min am Stück zu üben und die restlichen 6 Tage nicht.

Pausen sind genauso wichtig, wie das Training selbst

Vielleicht kennst du das noch aus der Schule oder dem Studium. Kurz vor den Prüfungen geht es los: Am laufenden Band wird gelernt, alles in den Kopf geprügelt was prüfungsrelevant ist. Dieses „Wissen“ hat eine sehr kurze Halbwertszeit und zwar genau bis zum Ende der Prüfung. Zwei Tage später nach den vorher so schnell „gelernten“ Dingen gefragt und der Kopf ist leer.

Und warum ist das so? Weil unser Gehirn, genauso wie das unserer Hunde, Zeit braucht um erlernte Puzzleteile auch abzuspeichern. Es braucht Pausen, Schlaf und Ruhe damit das Gehirn wirklich verarbeiten kann und das erlernte Wissen ins Langzeitgedächtnis wandert.

Pausen kannst du sowohl innerhalb einer Trainingseinheit machen. 1min üben, kurze Pause zum Durchatmen, noch 1min üben. Aber auch in längeren Zeiträumen sind Pausen wichtig. Mal 1-2 Tage nichts trainieren, mal 1-2 Wochen Urlaub vom Training – all das ist wichtig, damit langfristig der effektivste Lernfortschritt erreicht werden kann.

Auch zum Thema Pausen kannst du dir ein Video vom mir anschauen, oder einen Blogartikel lesen, den ich für Hundesport Nubi zum Thema geschrieben habe.

 

Das waren meine 5 wichtigsten Tipps für effektives Hundetraining. Welche Tipps hast du, die dir schon weitergeholfen haben?